Dött erleichtert über Freilassung von Nguyen Van Dai


12. Juni 2018

Vietnamesischer Menschenrechtler wird in Zukunft in Deutschland leben

Mit „sehr großer Erleichterung und tief empfundener Freude“ hat Marie-Luise Dött auf die Freilassung des Rechtsanwaltes und Menschenrechtlers Nguyen Van Dai aus vietnamesischer Gefangenschaft reagiert. „Nguyen Van Dai hat nichts anderes getan, als sich friedlich für die Demokratisierung in seinem Land und für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. Für mich ist es deshalb von überaus hoher Bedeutung, dass dieser aufrechte und engagierte Mann nun nicht mehr die Haft ertragen muss, sondern wieder ein Leben in Freiheit mit seiner Frau führen darf“, so die Oberhausener CDU-Bundestagsabgeordnete.

Dai wurde im Dezember 2015 verhaftet, als er mit einer EU-Delegation anlässlich des jährigen EU-Vietnam-Menschenrechtsdialogs in Hanoi treffen wollte. Schon vor seiner Verhaftung war er in Zusammenhang mit einem Vortrag über Menschenrechte von Vertretern der staatlichen Sicherheitsbehörden Vietnams angegriffen und schwer verletzt worden. Im Frühjahr 2018 war der Anwalt vom vietnamesischen Volksgericht in Hanoi wegen „Aktivitäten zum Umsturz der Volksregierung“ zu 15 Jahren Haft und fünf weiteren Jahren Hausarrest verurteilt worden. Marie-Luise Dött hat sich seit Beginn 2016 als Bundestagsabgeordnete im Rahmen einer Parlamentarischen Patenschaft um die Freilassung des Menschenrechtlers bemüht.

„Nguyen Van Dai ist gemeinsam mit seiner Frau sicher in Deutschland eingetroffen und wird in Zukunft in unserem Land leben“, berichtet die Oberhausener Bundestagsabgeordnete, die sich auf vielfältige Weise für Dai eingesetzt hat, sich über die Hintergründe der Freilassung aber zunächst nicht äußern möchte: „Was ich sagen kann, ist, dass ich von der außergewöhnlichen Persönlichkeit Ngyuen Van Dais tief beeindruckt bin. Wichtig ist nun vor allem, dass er die Haft verarbeitet, von deren Bedingungen wir uns hier in Deutschland gar keine Vorstellungen machen können.“