Sicherstellung der Grundwasserneubildung

08.07.2026

Die Verwaltung wird beauftragt, ein verbindliches Konzept zur Sicherstellung und Förderung der Grundwasserneubildung im Stadtgebiet Oberhausen zu erarbeiten und den zuständigen politischen Gremien vorzulegen.

Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Erfassung und Bewertung der Auswirkungen von Flächenversiegelung und Bodenverbrauch auf den städtischen Wasserhaushalt.Identifizierung und Priorisierung zusätzlicher Entsiegelungsmaßnahmen im öffentlichen Raum.
  • Darstellung bestehender sowie weiterer geeigneter Maßnahmen zur Förderung der dezentralen Versickerung und Rückhaltung von Niederschlagswasser.
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur dauerhaften Verankerung der Grundwasserneubildung als Bestandteil einer klimaangepassten Stadtentwicklung.
  • Sachstandsbericht zur Umsetzung des Ratsbeschlusses über den verstärkten Einsatz sickerfähiger Oberflächen im öffentlichen Raum sowie Darstellung weiterer geeigneter Anwendungsbereiche.
  • Darstellung, welche Maßnahmen aus Sicht der Verwaltung erforderlich sind, um den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) im Bereich des Grundwasserschutzes langfristig Rechnung zu tragen.
  • Prüfung möglicher Förderprogramme von Bund, Land und Europäischer Union.

Begründung:

Hitzeperioden, längere Trockenphasen und zunehmende Starkregenereignisse stellen Städte wie Oberhausen vor wachsende Herausforderungen. Gleichzeitig stehen aufgrund zunehmender Flächenversiegelung immer weniger Flächen zur Verfügung, auf denen Regenwasser versickern und dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden kann. Die Folgen sind bereits heute sichtbar: Stadtbäume leiden unter Trockenstress, Grünanlagen trocknen schneller aus und bei Starkregen steigt die Gefahr überlasteter Kanalsysteme und lokaler Überschwemmungen.

Eine klimaangepasste und zukunftsorientierte Stadtentwicklung sollte daher das Ziel verfolgen, Niederschlagswasser möglichst dort zurückzuhalten und versickern zu lassen, wo es anfällt. Dadurch können die natürliche Grundwasserneubildung gestärkt, der Wasserhaushalt stabilisiert, gesunde Grünstrukturen erhalten und die Folgen extremer Wetterereignisse gemildert werden.

Auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, einen guten mengenmäßigen und chemischen Zustand des Grundwassers dauerhaft sicherzustellen. Vor dem Hintergrund des bis Ende 2027 laufenden dritten Bewirtschaftungszyklus gewinnt die Sicherung der natürlichen Grundwasserneubildung zusätzlich an Bedeutung.

Die Stadt Oberhausen hat in den zurückliegenden Jahren bereits Maßnahmen zur Förderung einer klimaangepassten Stadtentwicklung auf den Weg gebracht. Diese Ansätze gilt es weiterzuentwickeln und in ein übergeordnetes Gesamtkonzept einzubetten. Ziel des beantragten Konzeptes ist es, die Sicherung der Grundwasserneubildung dauerhaft als Bestandteil der Stadtentwicklung zu verankern und Oberhausen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkregen zu machen. Gleichzeitig können eine vorausschauende Niederschlagswasserbewirtschaftung und eine stärkere Versicherung dazu beitragen, den städtischen Wasserhaushalt zu stabilisieren, kommunale Infrastruktur zu entlasten, Folgekosten zu reduzieren und Lebensqualität in unseren Quartieren nachhaltig zu sichern.