Bei einem politischen Frühschoppen (WAZ, 09.06.2026) hat Oberbürgermeister Thorsten Berg die Erwartungen an seine Amtszeit neu justiert. Er hat mitgeteilt, dass die zentralen Probleme Oberhausens auf Jahre bestehen bleiben. Schnelle Entlastung beim Verkehr werde es nicht geben. Baustellen, Brücken und Infrastrukturmaßnahmen würden Oberhausen noch viele Jahre beschäftigen. Und mit Blick auf die Herausforderungen der Stadt sagte Berg: „Wir erwarten ja alle keine Wunder.“
Für die CDU-Fraktion steht diese Aussage in deutlichem Kontrast zu den Aussagen, mit denen Thorsten Berg um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger geworben hat. „Das ist eine bemerkenswerte Aussage für einen Oberbürgermeister, der gewählt wurde, weil er den Menschen versprochen hat, viele Probleme dieser Stadt schneller, effizienter und besser lösen zu können“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr.
Auch der stellvertretende Vorsitzende und planungspolitische Sprecher der Fraktion, Denis Osmann, stellt klar: „Im Wahlkampf führte Thorsten Berg nahezu jedes Problem dieser Stadt auf mangelnde Geschwindigkeit, fehlende Steuerung und unzureichende Führung zurück. Er trat an mit dem Versprechen einer ‚Hochkultur der Kosten- und Zeiteffizienz‘. Er kritisierte das Baustellenmanagement, beklagte Verzögerungen bei Projekten und vermittelte den Eindruck, viele Herausforderungen seien vor allem eine Frage von Führung, Prioritätensetzung und Organisation. Heute erklärt derselbe Thorsten Berg als gewählter Oberbürgermeister vor allem, warum vieles nicht schneller oder sogar gar nicht gehen wird.“
Aufschlussreich sei auch der Umgang mit dem angekündigten 100-Tage-Programm, so Stehr. „Es sollte den Aufbruch markieren, Prioritäten benennen und Orientierung geben. Inzwischen sind mehr als 220 Tage seit dem Amtsantritt vergangen. Vom angekündigten Programm fehlt bis heute jede Spur. Keine Bilanz, keine Prioritäten, keine Ergebnisse. Es gibt kein Programm.“
Stattdessen folgen neue Ankündigungen. Beim ehemaligen Finke-Gelände spricht der Oberbürgermeister von Kaufabsichten und möglichen Entwicklungen.
Bei Verkehr, Infrastruktur und Baustellen verweist er auf langwierige Prozesse und warum schnelle Verbesserungen nicht zu erwarten seien.
„Die Bürgerinnen und Bürger haben Thorsten Berg nicht gewählt, damit er Probleme beschreibt. Sie haben ihn gewählt, weil er versprochen hat, sie zu lösen“, so Stehr.
Oberhausen stehe unter enormem Druck. „Die Haushaltslage ist trotz der Altschuldenlösung angespannt. Investitionen, Infrastruktur, Wirtschaft und Stadtentwicklung verlangen Entscheidungen und Führung und eine klare Vorstellung davon, wo Oberhausen in den nächsten Jahren stehen soll.“
Aus CDU-Sicht wird die Diskrepanz zwischen Anspruch und Amtsführung deutlich sichtbar, die Lücke zwischen Wahlkampf und Wirklichkeit immer größer: „Zwischen dem Kandidaten Berg und dem Oberbürgermeister Berg liegt inzwischen eine bemerkenswerte Distanz. Die Menschen in Oberhausen erwarten keine Wunder. Sie erwarten Führung, Prioritäten und Ergebnisse. Sie erwarten Regierungshandeln. Genau daran wird sich Oberbürgermeister Berg messen lassen müssen.“

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