Oberhausener Kirchenstandorte als Chancen für starke Quartiere

20.07.2026

Kaum ein Gebäude prägt das Gesicht eines Stadtteils so sehr wie eine Kirche. Über Jahrzehnte, oftmals sogar über Jahrhunderte hinweg, waren Kirchenstandorte weit mehr als Orte des Glaubens. Sie waren Treffpunkte, Anlaufstellen, Orte des Ehrenamtes und des gesellschaftlichen Lebens. Rund um sie entstanden Gemeinschaft, Identität und ein starkes Miteinander.

Doch viele Kirchengemeinden stehen vor großen Herausforderungen. Sinkende Mitgliederzahlen, notwendige Strukturreformen und finanzielle Entwicklungen führen dazu, dass auch in Oberhausen zunehmend über die Zukunft einzelner Kirchenstandorte entschieden werden muss. Für die CDU-Fraktion greift es dabei jedoch zu kurz, diese Entwicklung ausschließlich unter dem Gesichtspunkt einzelner Gebäude oder Grundstücke zu betrachten.

Vielmehr stellt sich aus Sicht der CDU eine grundsätzliche Frage: Welche Bedeutung haben diese Orte für ihre Quartiere – und wie können bestimmte Funktionen auch künftig erhalten bleiben?

Deshalb setzt sich die CDU-Fraktion dafür ein, eine Gesamtstrategie mit Leitlinien für den zukünftigen Umgang mit aufgegebenen oder künftig aufzugebenden Kirchenstandorten zu entwickeln. Ziel ist es, bedeutende Standorte frühzeitig in die Stadtentwicklungs- und Quartiersplanung einzubeziehen, den Dialog zwischen Kirchen, Stadtverwaltung, Politik und den Menschen vor Ort zu stärken und neue Perspektiven für die Nachnutzung zu schaffen. Dabei sollen insbesondere soziale, kulturelle, bildungsbezogene und gemeinwohlorientierte Nutzungen in den Blick genommen werden.

„Viele Kirchenstandorte nehmen innerhalb ihrer Stadtteile eine besondere städtebauliche und gesellschaftliche Rolle ein. Deshalb sollten wir frühzeitig darüber sprechen, welche Funktionen diese Orte künftig für ihre Quartiere übernehmen können“, erklärt der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Denis Osmann.
„Wir wollen ehemalige Kirchenstandorte nicht als Problem betrachten, sondern als Chance. Wenn es gelingt, neue Nutzungen mit den Bedürfnissen der Quartiere und ihrer Identität zu verbinden, können daraus starke Impulse für die weitere Stadtentwicklung entstehen.“

Für die CDU-Fraktion steht fest: Ehemalige Kirchenstandorte dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Sie sind häufig identitätsstiftende Orte, die das Leben in einem Quartier über Generationen hinweg geprägt haben. Gerade deshalb bietet ihr Wandel auch die Chance, neue Orte der Begegnung, des gesellschaftlichen Miteinanders und des bürgerschaftlichen Engagements entstehen zu lassen.

„Kirchenstandorte sind häufig weit mehr als einzelne Gebäude. Sie prägen das Gesicht eines Quartiers, stiften Identität und schaffen Orte der Begegnung. Deshalb dürfen wir ihre Zukunft nicht dem Zufall überlassen“, betont die Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr. „Die Frage lautet nicht nur, was künftig mit einzelnen Kirchengebäuden geschieht. Die eigentliche Frage lautet: Wie entwickeln wir die Orte weiter, die unsere Quartiere über Generationen hinweg geprägt haben?“