Die Neue Mitte wird sich in den kommenden Jahren erheblich verändern. Neue Wohnquartiere für rund 3.500 bis 4.500 Einwohner, zusätzliche Arbeitsplätze sowie Forschungs- und Gewerbeflächen werden auch neue Verkehre erzeugen. Umso kritischer sieht die CDU-Fraktion die Entscheidung der SPD, ausgerechnet jetzt die planerische Vorsorge für einen möglichen Regionalbahnhalt abzulehnen.
Dabei ging es im Rat noch gar nicht um dessen Bau. Die Verwaltung wollte lediglich die Möglichkeit für die Zukunft offenhalten und verweist dabei auf erwartete Fahrgastpotenziale, Synergien mit der Linie 105 und ein „zeitlich begrenztes Planungsfenster“. Die zusätzlichen Kosten für die entsprechende Verlängerung des Brückenbauwerks waren mit rund 2,77 Millionen Euro kalkuliert.
„Genau jetzt hätten wir mit einem klar bezifferbaren Aufwand die Möglichkeit für einen Regionalbahnhalt über Jahrzehnte offenhalten können. Stattdessen lässt die SPD dieses Planungsfenster verstreichen. Soll der Halt später doch kommen, drohen zusätzlicher baulicher Aufwand und Kosten, die heute niemand seriös beziffern kann“, kritisiert Denis Osmann, stadtplanungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
Dass der Regionalbahnhalt derzeit nicht im SPNV-Zielnetz 2040 des VRR enthalten ist, spricht aus Sicht der CDU nicht gegen diese Vorsorge. Der VRR selbst bezeichnet sein Zielnetz als „keine starre, sondern eine dynamische Planung“, in die neue Untersuchungen einfließen können.
Gerade für die Neue Mitte ist das entscheidend: Der bereits beschlossene Masterplan sieht nicht nur zwei neue Wohnquartiere für insgesamt rund 3.500 bis 4.500 Einwohner und zahlreiche weitere Nutzungen vor. Auch ein möglicher Regionalbahnhalt und dessen Verknüpfung mit der Linie 105 sind dort bereits berücksichtigt.
„Wir planen heute eine Neue Mitte, die in zehn oder 20 Jahren eine völlig andere sein wird als heute. Dann können wir uns bei der Infrastruktur nicht allein an der heutigen Situation orientieren“, so Osmann. „Wer jetzt eine Zukunftsoption aufgibt und ihre spätere Realisierung damit erschwert und verteuert, darf sich morgen auch nicht über den Stau rund um die Neue Mitte beschweren. Eine neue Brücke mit der dann auch fertigen Linie 105, werden wir nicht für wenige Millionen bekommen.“
Für die CDU bleibt deshalb entscheidend: Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte muss auch mit dem Blick auf die kommenden Jahrzehnte geplant werden.
Bildhinweis: KI-generiertes Symbolbild

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